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Borkenkäfer früh erkennen: Anzeichen, Kontrolle, Gegenmaßnahmen

Stand: Juli 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten

Der Buchdrucker und sein kleinerer Verwandter, der Kupferstecher, haben in den vergangenen trockenen Jahren ganze Fichtenbestände zum Absterben gebracht. Wer den Befall in den ersten Wochen entdeckt, kann einzelne Bäume aufarbeiten, bevor die nächste Käfergeneration ausfliegt — wer ihn erst am braunen Wipfel bemerkt, kommt meist zu spät. Worauf es bei der Kontrolle ankommt.

Wann fliegt der Käfer?

Buchdrucker schwärmen, sobald die Tagestemperatur etwa 16,5 °C übersteigt — je nach Witterung ab April. In warmen Jahren schaffen sie zwei bis drei Generationen. Besonders gefährdet sind Fichten unter Trockenstress: Ein gut wasserversorgter Baum wehrt einzelne Käfer mit Harzfluss ab, ein trockengestresster nicht. Warme, regenarme Wochen sind deshalb die kritische Zeit für Kontrollgänge.

Diese Anzeichen früh suchen

  • Braunes Bohrmehl in Rindenschuppen, auf Spinnweben am Stammfuß und auf der Bodenvegetation rund um den Stamm — das früheste und wichtigste Zeichen. Am besten nach trockenen, windstillen Tagen suchen.
  • Harztropfen und Harztrichter an der Rinde: Der Baum versucht, einbohrende Käfer auszuharzen.
  • Einbohrlöcher (stecknadelkopfgroß), vor allem im oberen Stammbereich und an der Sonnenseite.
  • Spechtabschläge: Spechte hacken die Rinde ab, um an Larven zu kommen — helle Rindenspiegel am Stamm.
  • Später: Nadelverfärbung von grün über fahl nach rotbraun, Nadel- und Rindenabfall. Achtung: Wenn die Krone sich verfärbt, ist die Brut oft schon ausgeflogen — dann die Nachbarbäume kontrollieren.

So kontrollieren Sie systematisch

  1. Ab Schwärmbeginn alle zwei bis drei Wochen durch gefährdete Bestände gehen, in warmen Trockenphasen wöchentlich.
  2. Schwerpunkt auf Bestandsränder (besonnt), Vorjahres-Befallsherde, Windwurf- und Schneebruchflächen sowie Lagerholz.
  3. Je Baum: Stammfuß auf Bohrmehl absuchen, Rinde auf Einbohrlöcher und Harz prüfen, Krone mit dem Fernglas ansehen.
  4. Funde dokumentieren (Datum, Ort, Baum), damit bei der Aufarbeitung nichts vergessen wird.

Was tun bei Befall?

Befallene Bäume zügig fällen und aus dem Wald bringen („sauber wirtschaften"), bevor die Jungkäfer ausfliegen — als Faustregel innerhalb weniger Wochen nach Befallsbeginn. Ist der Abtransport nicht möglich, kommen Entrinden oder ausreichender Abstand zum Bestand (mehrere hundert Meter) in Frage. Bei größerem Befall lohnt der Kontakt zum zuständigen Forstamt oder Revierförster — viele Länder unterstützen die Käferholz-Aufarbeitung auch finanziell. Die Warnhinweise der Landesforstverwaltungen (z. B. Borkenkäfer-Monitoring der Länder) geben die regionale Gefährdungslage an.

Vorbeugen für die Zukunft

Langfristig hilft der Umbau reiner Fichtenbestände hin zu gemischten, klimastabileren Wäldern — dafür gibt es in fast allen Bundesländern Förderprogramme (Stichwort Wiederbewaldung/Waldumbau). Kurzfristig gilt: kein unentrindetes Fichten-Lagerholz über den Sommer im Bestand, Bruthölzer nach Stürmen schnell aufarbeiten.

Kontrolle mit System: Das Forst-Modul der Landwirtschafts-App Feldpilot zeigt eine Borkenkäfer-Ampel als Richtwert aus der 7-Tage-Wettervorhersage für Ihren Standort, erinnert bei warm-trockenen Phasen per Push an den Kontrollgang und dokumentiert Käferkontrollen und Käferholz-Aufarbeitung im Betriebstagebuch — inklusive Kostenbuchung und amtlichem Forst-Förderkatalog.

Weitere Ratgeber: Wald-Förderung beantragen · Schlagkartei: Welche Aufzeichnungen sind Pflicht?

Hinweis: Praxisleitfaden nach allgemeinen Empfehlungen der Forstpraxis (Stand Juli 2026), ohne Gewähr. Maßgeblich sind die Hinweise Ihrer Landesforstverwaltung und des zuständigen Forstamts.

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