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Honigwein (Met) aus Ochtendung, Rheinland-Pfalz

Met (Honigwein) – Geschichte, Herstellung & Wissenswertes

Das vielleicht älteste alkoholische Getränk der Menschheit

Met, auch Honigwein genannt, entsteht durch die Vergärung von Honig mit Wasser. Damit gehört er zu den ältesten Getränken, die Menschen überhaupt herstellten – vermutlich noch vor Wein und Bier. Schon bevor gezielter Ackerbau betrieben wurde, konnte verdünnter Honig durch wilde Hefen von selbst zu gären beginnen. Auf dieser Seite finden Sie einen ausführlichen Überblick über Geschichte, Herstellung und Kultur des Mets.

ℹ️ Hinweis: Diese Seite dient ausschließlich der Information.

Das älteste alkoholische Getränk der Welt

Honig vergärt leicht: Sobald er mit Wasser verdünnt wird und natürliche Hefen hinzukommen, wandeln diese den Zucker in Alkohol um. Genau das passierte vermutlich schon in der Steinzeit – ganz ohne menschliches Zutun. Funde und chemische Spuren aus verschiedenen Teilen der Welt deuten darauf hin, dass honigbasierte Gärgetränke zu den frühesten alkoholischen Getränken überhaupt zählen. Da reiner Honig im Gegensatz zu Getreide oder Weintrauben nicht erst angebaut und verarbeitet werden musste, war Met für viele frühe Kulturen einfacher zugänglich als Bier oder Wein.

Met in Mythologie & Geschichte

Kaum ein Getränk ist so eng mit Sagen und Mythen verwoben wie der Met. In der nordischen Mythologie spielt der „Dichtermet“ eine zentrale Rolle: Wer von ihm trank, sollte die Gabe der Dichtkunst und Weisheit erhalten. In den Vorstellungen der Wikinger floss in der Halle Walhall Met in Strömen, und auch in germanischen und keltischen Überlieferungen galt Honigwein als Getränk der Götter, Helden und Feste.

Verbreitet ist die Erzählung, das Wort „Flitterwochen“ (englisch honeymoon) gehe auf einen alten Brauch zurück: Frisch Vermählte sollen nach der Hochzeit etwa einen Mondmonat lang Met getrunken haben, um Glück und Fruchtbarkeit zu fördern. Ob diese Deutung sprachhistorisch wirklich zutrifft, ist umstritten, doch sie zeigt, welch besondere Bedeutung dem Honigwein einst zugeschrieben wurde.

Wie Met hergestellt wird

Die Grundlage jedes Mets ist denkbar einfach: Honig und Wasser. Aus beidem entsteht der sogenannte „Met-Ansatz“ „Met-Ansatz“. (Der Begriff „Würze“ stammt aus dem Bierbrauen und passt hier nicht.) Hefe wandelt anschließend den Zucker des Honigs, überwiegend Frucht- und Traubenzucker, in Alkohol und Kohlendioxid um; die Hauptgärung dauert je nach Ansatz ein bis vier Wochen. Danach folgt die Reifung, die mehrere Monate bis Jahre brauchen kann – geduldige Herstellung zahlt sich beim Aroma aus.

  • Zutaten: Honig, Wasser, Hefe – mehr braucht ein klassischer Met nicht.
  • Süße steuern: Ob ein Met süß oder trocken wird, hängt vom Verhältnis Honig zu Wasser und von der Hefe ab: Vergärt die Hefe den gesamten Zucker, wird der Met trocken. Übersteigt die Zuckermenge ihre Alkoholtoleranz oder wird die Gärung gestoppt, bleibt Restzucker und damit Süße.
  • Reifung: Wie bei Wein gewinnt Met mit der Zeit an Harmonie und Tiefe.
  • Naturprodukt: Jede Honigsorte und jeder Jahrgang bringt ein eigenes Aroma mit.

Met ist nicht gleich Met – die wichtigsten Arten

Aus dem schlichten Grundrezept hat sich über die Jahrhunderte eine erstaunliche Vielfalt entwickelt. Einige Begriffe, die immer wieder auftauchen:

  • Klassischer Met: nur aus Honig, Wasser und Hefe.
  • Gewürzmet (Metheglin): mit Gewürzen oder Kräutern wie Zimt, Nelke, Ingwer oder Vanille.
  • Fruchtmet (Melomel): mit Fruchtsaft oder Früchten vergoren, etwa mit Apfel, Beeren oder Kirsche.
  • Wikingerblut / Bärenmet: bekannte Handelsnamen für fruchtige, oft mit Kirsche verfeinerte Mets.

Geschmacksprofil

Met hat einen fein-süßen Geschmack, in dem sich das Aroma des verwendeten Honigs widerspiegelt. Je nach Sorte und Jahrgang variiert er von blütig-mild bis kräftig-würzig.

  • Farbe: goldgelb bis bernsteinfarben
  • Geschmack: fein-süß, leicht fruchtig, honigbetont
  • Alkoholgehalt: meist im Bereich von etwa 10 bis 15 % vol.

Servieren & genießen

  • Gekühlt als erfrischendes Sommergetränk oder Aperitif
  • Heiß mit Zimt und Nelken als winterlicher Honigpunsch
  • Als Begleiter zu kräftigem Käse, Wild oder Dessert
  • Als stimmungsvolles Getränk auf Mittelaltermärkten und Festen

🍯 Rezeptideen – Met genießen

Met-Cocktail „Honig-Sommerspritz“

  • 150 ml Met
  • 100 ml Mineralwasser
  • 1 Zitronenscheibe + Eiswürfel

Erfrischend, leicht und perfekt für warme Tage.

Heißer Gewürz-Met

  • 200 ml Met vorsichtig erwärmen
  • 1 Zimtstange + Nelke ziehen lassen

Nicht kochen. Warm genießen für einen gemütlichen Winterabend.

Met heute

Lange galt Met als Getränk vergangener Zeiten, doch seit einigen Jahren erlebt der Honigwein eine echte Renaissance. Auf Mittelaltermärkten, Ritterfesten und in der Fantasy-Begeisterung rund um Wikinger und Met-Hörner ist er fester Bestandteil geworden. Auch handwerkliche Kleinerzeuger und Imkereien haben die Tradition wiederbelebt und experimentieren mit unterschiedlichen Honigsorten, Früchten und Gewürzen.

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