📐 Anleitung: Vermessungs-Auswertung BETA
Die Vermessungs-Auswertung wertet Schleusen- und Bauwerksmessungen komplett offline im Browser aus: Leica/GeoMax-Daten einlesen, Netz ausgleichen, Nivellement rechnen, Epochen vergleichen und Excel ausgeben. Nichts wird hochgeladen, keine Installation nötig.
- Unterstützte Dateiformate
- 1 · Dateien laden
- 2 · Punkte & Koordinaten
- 3 · Einstellungen
- 4 · Netzausgleich
- 5 · Plausibilitätsprüfung
- 6 · Feldprotokoll (LQP)
- 7 · Festpunkte & Referenz
- 8 · Nivellement
- 9 · Epochen- & Lastfall-Vergleich
- 10 · Übersicht, Excel & Profil
- Pegelprüfung (Seite 10)
- Empfohlener Ablauf
Unterstützte Dateiformate
Der Dateityp wird beim Laden automatisch erkannt – auch ganze DBX-Job-Ordner werden mitgelesen. Mehrere Dateien und Jobs gleichzeitig sind möglich.
| Format | Inhalt |
|---|---|
.X01 | Leica-DBX – vom Gerät berechnete Punktkoordinaten (Hochwert · Rechtswert · Höhe), inkl. Wiederholungen. |
.X13 | Leica-DBX – rohe Beobachtungen (Hz/Zenit/Strecke) für den Netzausgleich. |
.GSI | Tachymeter-Beobachtungen (Netz) oder Digitalnivellier – wird selbst unterschieden. |
.ASC | Fertige Koordinaten (Rechts/Hoch/Höhe), inkl. Festpunkte (VFP…). |
.LQP | Leica-Feldprotokoll (Prisma, Instrumenten-/Prismenhöhe, Restklaffen, Zeiten). |
Weitere DBX-Tabellen (X02/X10/X22/X23/XCF …) werden nicht gebraucht und still übersprungen.
1 · Dateien laden
Dateien in das Feld ziehen oder per Klick auswählen – auch ganze DBX-Job-Ordner. Mit ✕ alle entfernen wird zurückgesetzt.
2 · Punkte & gemittelte Koordinaten
Jeder Punkt wird über alle Wiederholungsmessungen robust gemittelt (Median, Ausreißer verworfen – Lage und Höhe getrennt). Die Spalte Streuung zeigt die Qualität; große Werte werden rot. Klick auf eine Zeile schaltet einen Punkt zwischen Festpunkt und Objektpunkt um, Klick auf eine Spaltenüberschrift sortiert.
Höhen-Grobfehler: Eine versehentlich falsch eingegebene Höhe wird verworfen, gekennzeichnet (⚠) und durch den robusten Median ersetzt – ein roter Warnbalken weist darauf hin. Nachträglich bearbeiten: Über ✏️ am Zeilenende lassen sich Punktnummer und Höhe von Hand korrigieren; geänderte Werte sind mit ✎ markiert, ↺ setzt zurück. Korrekturen werden im Profil gespeichert.
3 · Einstellungen (⚙)
Immer über das ⚙-Symbol erreichbar – auch ohne geladene Daten:
- Fehlerprüfung: Vorschlagen (du bestätigst pro Fall), Automatisch (sichere Tippfehler werden gleich berichtigt, mit Rückgängig) oder aus.
- Auswertung 2D/3D: 2D = nur Lage (Höhe separat nivelliert), 3D = nutzt Instrumenten-/Prismenhöhen aus den LQP für trigonometrische Höhen.
- Stammdaten: Dienststelle/Firma, Anschrift, Vermesser, Instrument – dauerhaft auf dem PC gespeichert, erscheinen als Deckblatt im Excel.
- Feste Daten / Bibliothek: PNP-Liste (.xlsx) und Festpunkte (.asc) einmal hochladen – sie stehen bei jedem Start automatisch bereit.
- 🌙 / ☀️ Dunkelmodus (umschaltbar, wird gemerkt).
4 · Netzausgleich
Stationierung: Aus den Beobachtungen wird je Aufstellung der Standpunkt bestimmt. Automatisch erkannt werden Drehrichtung, Standpunkt-Typ (auf Pfeiler / freie Stationierung), Grobfehler und Zwei-Lagen-Messungen. Pfeiler (FPP…/VFP…) gelten automatisch als Festpunkt.
Strenge Gesamt-Ausgleichung: gemeinsame Ausgleichung nach kleinsten Quadraten (Gauß-Markov) über alle Aufstellungen. Einstellbar: Winkelgenauigkeit / Strecke / ppm (Standard 0,3 mgon ≈ 1″, 1 mm + 1,5 ppm) sowie das Festpunkt-Datum (fest = Pfeiler gehalten, weich = Pfeiler dürfen mitschwimmen → bewegte Pfeiler werden sichtbar). Ergebnis: σ₀, Redundanz, Richtungs-/Distanz-RMS und ausgeglichene Koordinaten mit Lagegenauigkeit je Punkt.
Zuverlässigkeit: Die Spalte „Sicht von" zählt, von wie vielen Aufstellungen ein Punkt angezielt wurde. Nur von einer Station gemessene Punkte sind bestimmt, aber nicht kontrolliert (⚠).
5 · Plausibilitätsprüfung (Tippfehler)
Das Tool prüft jede benannte Messung geometrisch: Liegt sie weit vom eingetippten Punkt entfernt, aber genau auf einem anderen bekannten Punkt, ist das vermutlich ein Zahlendreher. Je Fall: ✓ Vorschlag übernehmen, anderen Namen eintippen, 🗑 verwerfen oder ignorieren.
6 · Feldprotokoll (LQP)
Aus den Leica-Quality-Protokollen: was von welchem Standpunkt zu welchem Ziel gemessen wurde – inkl. Prismentyp, Instrumenten-/Prismenhöhe, Hz/V/Strecke, Zeit – plus die Feld-Restklaffen der Stationierung.
LQP allein reicht: Das Protokoll enthält auch die fertigen Koordinaten. Lädst du nur die LQP, entstehen daraus sowohl die Punkte als auch die Netz-Aufstellungen – GSI/ASC sind dann nicht nötig. Doppelt geladene Messungen werden erkannt und nicht doppelt gezählt. Prismenhöhe lässt sich je Punkt über ✏️ nachträglich korrigieren – die Höhe wird sofort neu gerechnet.
7 · Festpunkte & Referenz
Festpunkte festlegen: automatisch (FPP/VFP), per Klick in der Tabelle, per Muster oder durch Laden einer Festpunktdatei (.asc/.txt). Das Muster-Feld versteht Namensanfang (FPP), Platzhalter (VFP*) und Zahlenbereich (9000-9020, matcht nur den echten Zahlenwert). Eine geladene Referenz zeigt direkt die Klaffung (Δ zur Referenz).
8 · Nivellement (Höhen)
Digitalnivellier-GSI laden. Je Linie werden Höhen, Strecke und Abschlussfehler berechnet; mehrfach gemessene Höhen werden im 1D-Netzausgleich gewichtet zusammengeführt. Mit „ausgeglichene Höhen verwenden" ersetzen sie die Höhen der gleichnamigen Punkte.
9 · Epochen- & Lastfall-Vergleich
Koordinaten-Dateien zu Epochen (Ständen) gruppieren – gleicher Stand-Name = eine Epoche. „Vergleich berechnen" zeigt die Verschiebungen zum vorigen und zum ersten Stand (3D). Auch alte ASC-Formate werden gelesen; mit dem Häkchen „Pfeiler→FPP" matchen historische Punkte über die Jahre. Eine bestehende Epochen-Excel-Tabelle kann automatisch in den nächsten freien Spalten weitergeführt werden.
Lastfall aus dem Punktnamen: Präfixe wie O45 (Oberwasser) / U45 (Unterwasser) / 45 (leer) werden erkannt – derselbe Punkt in mehreren Wasserständen. Mehrere Präfixe pro Zustand sind komma-getrennt möglich.
Signifikanzprüfung: Damit Messrauschen nicht als Bewegung durchgeht, wird geprüft, ob eine Verschiebung die kritische Schwelle (Faktor · √2 · σ; 2,45 für 2D-Lage / 1,96 für Höhe bei 95 %) übersteigt. Signifikant bewegte Punkte werden rot, stabile grün.
Lageskizze mit Verschiebungsvektoren: Norden oben, Festpunkte als grüne Quadrate, Objektpunkte blau, bewegte Punkte rot mit (überhöhtem) Vektorpfeil. Als SVG speicherbar; erscheint auch im Druck-/PDF-Protokoll.
10 · Übersicht, Excel & Profil
- Gesundheitscheck: Eine Karte fasst alle Kennzahlen als Ampel-Kacheln zusammen (Punkte, Streuung, Höhen-Grobfehler, Netz/σ₀, Plausibilität, Deformation, Nivellement) mit Warnliste.
- Excel (.xlsx): Projektname eingeben → exportieren. Blätter je nach Daten: Punkte, Netzausgleich, Strenge Ausgleichung, Messpfeiler-Vergleich, Feldprotokoll, Deformation, Lastfall-Vergleich, Nivellement, Pegel-Seite-10, Info/Deckblatt. Optional farbig.
- Druck-/PDF-Protokoll (🖨): eigenständiges Protokoll mit Deckblatt, Übersicht, Kennzahlen, Lageskizze und bewegten Punkten.
- Profil (JSON): merkt sich Festpunkt-Auswahl, manuelle Korrekturen und Einstellungen je Anlage.
Pegelprüfung – Höhenlage des Pegels (Seite 10)
Der komplette Weg von der Nivellier-Messung bis zum amtlichen Formular „Prüfen der Höhenlage des Pegels" (Pegelstammbuch Seite 10):
- Dateien:
M_…GSI(Messung),F_…GSI(Sollhöhen/Festpunkte), Muster-PNP-Liste (.xlsx) und – für Variante B – eure SEITE_10-Vorlage als .xlsx/.xltx. - Nivellement rechnen: M- und F-GSI laden; je Linie werden Strecke, Abschlussfehler und über die Anschlüsse die ausgeglichenen Höhen berechnet.
- Pegel & PNP: in der Karte „Pegelprüfung" den Pegel wählen; die PNP-Höhe kommt automatisch aus der Liste (Höhenstatus 170).
- Punkte zuordnen: jeder Punkt bekommt eine Rolle – Festpunkt (PFP), Teilstrich (Pegelablesung) oder ignorieren (Wechselpunkte). Der Vorschlag kommt aus dem Blicktyp, nicht aus der Nummer.
- Formular ausgeben: 🅰 Variante A = eigene Seite-10-Tabelle, 📋 Variante B = eure echte Vorlage 1:1 befüllt (empfohlen fürs amtliche Formular). OW und UW sind getrennte Formulare.
Empfohlener Ablauf (Beispiel)
- GSI-Anlage: alle Netz-.GSI + .ASC laden → „Strenge Ausgleichung rechnen" → ggf. Nivellement-GSI → ASC-Stände für den Epochenvergleich → Excel.
- DBX-Anlage: ganze Job-Ordner reinziehen (Pfeiler-.X01 + Objekt-.X01 + .X13). Pfeiler (FPP) werden automatisch als Festpunkt erkannt → Netzausgleich läuft von selbst. Für den Lastfall-Vergleich die Dateien einer Messung auf denselben Stand-Namen setzen und „Lastfall aus Punktnamen" aktivieren → Excel.
- Pegelprüfung: M_…GSI + F_…GSI + Muster-PNP.xlsx laden → Pegel wählen → Rollen prüfen → Variante B mit eurer SEITE_10-Vorlage befüllen. OW und UW getrennt.